Von der 2-jährigen zur 3-jährigen Ausbildung

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Angefangen hat alles mit einem Praktikum. Danach absolvierte Johanna zunächst die 2-jährige Ausbildung zur Verkäuferin. Doch dabei blieb es nicht: Sie schloss ein weiteres Ausbildungsjahr an und arbeitet heute als Kauffrau im Einzelhandel. Im Beitrag erzählt sie, wie es dazu kam und welche Vorteile ihr das 3. Ausbildungsjahr gebracht hat.

Der Einstieg über ein Praktikum

Nach ihrem Hauptschulabschluss absolvierte Johanna zunächst ein Praktikum bei der Eder GmbH im oberbayerischen Tuntenhausen, einem Maschinenhändler mit eigenen Baumärkten. Als der Betrieb ihr anschließend einen Ausbildungsplatz anbot, entschied sie sich für die 2-jährige Ausbildung zur Verkäuferin: „Mir war es wichtig, nach der Schule schnell Fuß in der Praxis zu fassen und ein solides Fundament zu legen“, erklärt die heute 24-Jährige. Die 2-jährige Ausbildung war ein perfekter Einstieg: Johanna lernte dort, Kundinnen und Kunden direkt zu beraten.

Mehr Ausbildung bringt mehr Verantwortung

Als Auszubildende arbeitete Johanna in einem der Baumärkte des Unternehmens hauptsächlich im Verkauf. „Die ersten 2 Jahre waren sehr intensiv und lehrreich“, erinnert sie sich.

Johanna durfte zunehmend Aufgaben selbstständig erledigen: „Zu meinen Hauptaufgaben gehörten die Kundenberatung, die Warenpräsentation und das Kassieren. Besonders das direkte Feedback der Kunden habe ich sehr geschätzt.“ Dabei wurde ihr klar: „Ich möchte nicht stehen bleiben, sondern mich weiterentwickeln und mehr Verantwortung im Betrieb übernehmen.“

Aus 2 mach 3 Ausbildungsjahre

Johanna entschied sich dafür, ihre Ausbildung als Kauffrau im Einzelhandel fortzusetzen. „Das war für mich der logische nächste Schritt, um tiefer in betriebswirtschaftliche Hintergründe einzutauchen und mich für anspruchsvollere Aufgaben zu qualifizieren“, erklärt sie.

Johanna,
24, Kauffrau im Einzelhandel

„Der 2-stufige Weg war genau richtig für mich. Er hat mir in den ersten 2 Jahren eine solide Basis und viel Sicherheit in der Praxis gegeben. Mit diesem Selbstvertrauen fiel mir das anspruchsvollere 3. Jahr deutlich leichter.“

Ihr Ausbildungsbetrieb unterstützte sie dabei. Die Ausbildungsinhalte der ersten 2 Jahre sind in beiden Berufen weitgehend gleich. Im 3. Jahr lernte Johanna unter anderem, betriebliche Kennzahlen wie Umsatz und Gewinnspanne auszuwerten und die Einsätze der Mitarbeitenden zu planen. Außerdem lernte sie, Markttrends zu beobachten, daraus Verkaufsstrategien abzuleiten und Marketingaktionen durchzuführen.

Johanna setzte ihre Ausbildung ohne Schwierigkeiten fort: „Der neue Stoff in der Berufsschule knüpfte direkt an die Inhalte aus dem 2. Ausbildungsjahr im Sommer an. Ich konnte sofort in die neuen Themen einsteigen und dort weiterlernen, wo ich aufgehört hatte“, erzählt sie.

Auch im Betrieb kamen nun andere Aufgaben auf sie zu: „Ein echtes Highlight war, dass ich eigenständig die Betreuung eines Lieferanten übernehmen durfte“, erinnert sie sich.

Die Chance nutzen

Als Johanna die Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel erfolgreich abschloss, erwarb sie auch den mittleren Schulabschluss. Welche Voraussetzungen dafür gelten, legt jedes Bundesland selbst fest. Einen Überblick bietet der Beitrag Schulabschlüsse und mögliche Bildungswege. 

Ihr Ausbildungsbetrieb übernahm Johanna nach ihrem Abschluss unbefristet. Anderen Auszubildenden empfiehlt sie, über ein 3. Ausbildungsjahr nachzudenken: „Wenn ihr merkt, dass euch die Praxis Spaß macht, solltet ihr die Chance auf das 3. Jahr unbedingt nutzen. Es öffnet einem so viele Türen.“

So setzt du deine Ausbildung fort

  • Sprich das Thema rechtzeitig vor Ende deiner 2-jährigen Ausbildung an. So bleibt genug Zeit, alles zu organisieren.
  • Schließe deine 2-jährige Ausbildung erfolgreich ab. Manche Betriebe erwarten zusätzlich ein bestimmtes Prüfungsergebnis oder berücksichtigen deine bisherigen Leistungen.
  • Kläre mit deinem Betrieb, ob du dort das 3. Ausbildungsjahr absolvieren kannst.
  • Stimmt dein Betrieb zu, schließt ihr einen Vertrag oder ändert den bestehenden Vertrag. Der Betrieb reicht die Unterlagen bei der zuständigen Kammer ein, zum Beispiel bei der Industrie- und Handelskammer (IHK). 
  • Die Kammer kann deine abgeschlossene Ausbildung mit 2 Jahren anrechnen. Die Berufsschule ordnet dich anschließend der passenden Klasse zu. Deine Ausbildungsvergütung richtet sich nun nach dem 3-jährigen Ausbildungsberuf und steigt in der Regel.
  • Stimmt dein Betrieb nicht zu, hast du trotzdem die Chance auf das 3. Ausbildungsjahr. Du kannst deine Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzen. Deine abgeschlossene 2-jährige Ausbildung wird dort angerechnet. Wenn du einen neuen Betrieb suchst, helfen dir zum Beispiel die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, die Ausbildungsberatung der IHK oder deine Berufsschule. In dem Beitrag So findest du einen Ausbildungsplatz erfährst du, wie du nach freien Ausbildungsstellen suchst.

Tipp:Info: Im BERUFENET erfährst du mehr über die Berufe Kaufmann/-frau - Einzelhandel oder Verkäufer/in.

Das Wichtigste zum Beruf

Kaufleute im Einzelhandel verkaufen Konsumgüter wie Bekleidung, Spielwaren, Nahrungsmittel, Unterhaltungselektronik oder Einrichtungsgegenstände an Kundinnen und Kunden. Sie führen Beratungsgespräche mit Kundinnen und Kunden, verkaufen Waren und bearbeiten Reklamationen. Außerdem planen sie den Einkauf, bestellen Waren, kontrollieren die Bestände und wirken an Werbe- und Verkaufsaktionen mit.

Duale Ausbildung im Handel und Handwerk

3 Jahre

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Ausbildungsbetriebe entscheiden selbst, welche Voraussetzungen sie von Bewerberinnen und Bewerbern erwarten.

Weitere Wege im Blick behalten

Wer im Einzelhandel Karriere machen möchte, hat neben einem Fortsetzungsberuf noch weitere Möglichkeiten. Für Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit Hochschulreife kommen auch eine doppelt qualifizierende Ausbildung oder ein duales Studium infrage. Die doppelt qualifizierende Ausbildung verbindet beispielsweise die Ausbildung zur Kauffrau beziehungsweise zum Kaufmann im Einzelhandel mit der Aufstiegsfortbildung zur Handelsfachwirtin beziehungsweise zum Handelsfachwirt. Diese Fortbildung kannst du aber auch nach einer klassischen Ausbildung machen. Wer die Zugangsvoraussetzungen erfüllt, kann außerdem berufsbegleitend studieren.

Tipp:Tipp: Weitere Informationen zu passenden Wegen findest du unter Ausbildung, Studium oder beides?.

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