Freiwilligendienst in Schweden

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Nach ihrem Abitur wusste Greta (23) noch nicht, welches Studium zu ihr passt. Ein 10-monatiger Freiwilligendienst an einer katholischen Hochschule in Uppsala und bei der Caritas in Stockholm half ihr bei dieser Entscheidung. Im Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen in Schweden und davon, wie die Zeit im Ausland ihre Studienwahl beeinflusst hat.

Gretas Weg ins Ausland

Während ihres Bundesfreiwilligendienstes beim Bonifatiuswerk erfuhr Greta von der Möglichkeit, einen Freiwilligendienst im Ausland zu absolvieren. „Je intensiver ich mich im Rahmen meiner Arbeit mit dem Auslandsfreiwilligendienst beschäftigt habe, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich diese Erfahrung gerne selbst machen würde“, erzählt Greta. Ihre Mentorinnen im Bonifatiuswerk halfen ihr bei der Organisation und bereiteten sie auf den Aufenthalt vor. Auch ihr privates Umfeld stand hinter ihrer Entscheidung und unterstützte Greta auf dem Weg ins Ausland. So fühlte sie sich gut auf ihren Auslandsfreiwilligendienst vorbereitet.

So lief das Praktikum ab 

Während ihres 10-monatigen Aufenthalts nahm Greta am „Praktikum im Norden“ teil. Bei diesem Programm lernen junge Menschen die katholische Kirche in Nordeuropa kennen. 

An 2 Tagen in der Woche arbeitete Greta am Newman-Institut in Uppsala. „Dort habe ich hauptsächlich administrative Aufgaben übernommen, wie die Mitorganisation von Veranstaltungen, die Betreuung der Social-Media-Kanäle oder das Packen und Versenden von Briefen.“ An den übrigen 3 Tagen engagierte sich Greta bei Caritas Mötesplats in Stockholm, einer Einrichtung für geflüchtete Menschen. Diese Arbeit bereitete ihr besonders viel Freude. Sie half bei der Ausgabe von Mahlzeiten und kümmerte sich um die Kinder, während die Eltern an Sprachkursen teilnahmen. „Ich hatte das Gefühl, dass wir einen großen Einfluss darauf hatten, wie der Ort auf neue Gäste wirkt. Das hat mich sehr gefreut und mich zusätzlich motiviert.“

Die vielen Erfahrungen aus dem Freiwilligendienst halfen ihr dabei, sich besser auf Unbekanntes einzulassen und Herausforderungen als Chancen wahrzunehmen. „Ich habe oft Situationen erlebt, in denen ich zunächst überfordert war, beispielsweise aufgrund einer Sprachbarriere. Dabei habe ich gelernt, dass es wichtig ist, nachzufragen und mir Hilfe zu holen, wenn ich allein nicht weiterkomme.“

Zitat:

„Ich würde einen Freiwilligendienst allen empfehlen, die Lust auf neue Abenteuer haben und sich selbst noch einmal besser kennenlernen möchten. Im Ausland erlebst du viele Situationen, in denen du merkst: ‚Krass, das habe ich ganz allein geschafft.‘“ – Greta 

Vom Freiwilligendienst ins Studium

„Ich konnte in viele verschiedene Berufsbereiche hineinschnuppern. Das hat mir gezeigt, in welche Richtung es beruflich für mich gehen könnte“, sagt Greta. „Ich habe vor meinem Freiwilligendienst bereits mit dem Gedanken gespielt, Politikwissenschaft beziehungsweise Sozialwissenschaften zu studieren“, berichtet sie. Der Freiwilligendienst und besonders ihre Arbeit bei der Caritas zeigten ihr, dass sie ihr Studium um eine pädagogische Fachrichtung ergänzen wollte. Heute studiert Greta im 6. Semester Staats- und Sozialwissenschaften mit dem Nebenfach Erziehungswissenschaften.

Diese Fächerkombination eröffnet ihr vielfältige berufliche Möglichkeiten. Denkbare Tätigkeitsfelder liegen an der Schnittstelle von Politik, Gesellschaft und Bildung, zum Beispiel: 

  • Kinder- und Jugendpolitik
  • politische Bildungsarbeit
  • Erwachsenenbildung

Als Arbeitgebende kommen etwa internationale Organisationen, Verbände, Stiftungen und Wohlfahrtsverbände wie die Caritas infrage. In diesen Bereichen kann Greta politisches Grundlagenwissen mit pädagogischer Praxis verbinden.

Allgemeine Infos zum Praktikum im Norden

Das Praktikum im Norden des Bonifatiuswerks richtet sich an junge Menschen ab 18 Jahren, unabhängig davon, ob du zur Schule gehst, studierst oder bereits arbeitest. Das Programm steht dir unabhängig von deiner Konfession offen. Dein Aufenthalt dauert zwischen 6 und 11 Monaten. Du kannst zwischen mehreren nordeuropäischen Ländern wählen, etwa Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island, Lettland oder Estland. 

Das Bonifatiuswerk unterstützt dich finanziell: Es übernimmt die Hälfte deiner Reisekosten, du wohnst mietfrei und bekommst ein monatliches Taschengeld. Vor dem Aufenthalt nimmst du an Bildungstagen teil, die dich auf deinen Einsatz vorbereiten. Weitere Bildungstage nach deiner Rückkehr helfen dir, deine Erfahrungen auszuwerten. Informiere dich frühzeitig auf der Programmseite über die aktuelle Bewerbungsfrist. Die Einsätze beginnen meist im Spätsommer. Für das Programm ist eine Anerkennung als Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD) möglich. Während eines anerkannten IJFD kann der Anspruch auf Kindergeld bestehen bleiben. Fragen zum Versicherungsschutz solltest du vorab mit dem Träger und deiner Krankenkasse klären.

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