Nur ein Hauch von Herbstbelebung

30.09.2026 | Presseinfo Nr. 49

Göttingen. Mit Blick auf die aktuellen September-Daten steht fest: Die übliche Herbstbelebung am Arbeitsmarkt fällt in Südniedersachsen erneut schwächer aus als im Durchschnitt der letzten Jahre. Zwar sank die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen gegenüber August um 319 (-2,0%) auf aktuell 15.750. Der Rückgang blieb jedoch hinter der sonst typischen saisonalen Belebung zurück. Dem saisonalen Verlauf entsprechend ist allerdings die Zahl jugendlicher Arbeitsloser unter 25 Jahren weiter gesunken. Im September waren insgesamt 1.693 junge Menschen arbeitslos gemeldet, das waren 119 (-6,6%) weniger als im August und 109 (-6,0%) weniger als vor Jahresfrist. Ursache für diese Entwicklung ist u.a. der Beginn von Berufsausbildungen und Freiwilligendiensten sowie der Unterrichtsstart an weiterführenden Schulen. Aber auch Angebote der Agentur für Arbeit, die z. B. auf die Ausbildung im kommenden Jahr vorbereiten, sind im zurückliegenden Monat bereits angelaufen. 

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen um 198 bzw. 1,2 Prozent. Dabei stieg die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) gegenüber September 2025 um 204 Personen (3,8%) auf aktuell 5.631. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) sank hingegen die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 402 bzw. 3,8 Prozent auf derzeit 10.119. Für den Bereich der Arbeitslosenversicherung, der früher auf Veränderungen am Arbeitsmarkt reagiert, ist die Agentur für Arbeit zuständig. Die Grundsicherung für Arbeitsuchende wird von den Jobcentern verantwortet. 

Die wirtschaftlich angespannte Situation und die damit verbundene steigende Arbeitslosigkeit macht sich seit Monaten auch in dem gestiegenen Anteil der Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung bemerkbar. Der Anteil beträgt mittlerweile 35,8 Prozent.

Die Arbeitslosenquote für den Agenturbezirk Göttingen liegt aktuell bei 6,5 Prozent und damit auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Im August hatte sie noch 6,6 Prozent betragen. 

Klaudia Silbermann, Chefin der Agentur für Arbeit Göttingen, sieht aufgrund der September-Werte keineswegs eine Trendwende am Arbeitsmarkt: „Die aktuellen Zahlen machen deutlich, dass auch in diesem Jahr eine echte Herbstbelebung bis jetzt aussteht. Die vielfältigen Herausforderungen, vor denen die Unternehmen stehen, drücken weiterhin auch auf den Arbeitsmarkt, insbesondere der industrielle Sektor ist betroffen“, erläutert die Arbeitsmarktexpertin. „Allein die Daten des ersten Quartals 2026 zeigen, dass in unserer Region binnen eines Jahres knapp 1.100 Arbeitsplätze im Verarbeitenden Gewerbe verloren gegangen sind. Im vorangegangenen Zeitraum, März 2025 zu März 2024, war der Rückgang an Industriearbeitsplätzen in der Region sogar doppelt so hoch. Umso erfreulicher ist es, dass andere Branchen sich in diesem Zeitraum positiver entwickeln konnten und Beschäftigung aufgebaut haben. Hierzu zählen beispielsweise der Bereich Gesundheit und Soziales, Anbieter von freiberuflichen wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Dienstleistungen, der Bereich Erziehung und Unterricht und die Öffentlichen Arbeitgeber. Dennoch ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in unserem Bezirk im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreswert um 0,6 Prozent auf insgesamt 178.500 gesunken. Das entspricht einem Verlust von 1.100 Beschäftigungsangeboten.“ 

Entwicklung der Nachfrage nach Arbeitskräften

Im September meldeten Wirtschaft und Verwaltung 919 neue Arbeitsplatzangebote bei der Agentur für Arbeit Göttingen, 26 weniger als im August (-2,8%), aber 138 mehr als im Vorjahresmonat (17,7%). Den höchsten Personalbedarf zeigten im zurückliegenden Monat Unternehmen aus der Zeitarbeit, aus dem Gesundheits- und Sozialwesen und Anbieter freiberuflicher wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen an. 

Der Bestand an offenen Arbeitsstellen stieg gegenüber dem Vormonat zwar um 22 Arbeitsofferten an (0,6%), sank jedoch um 237 gegenüber dem Vorjahreswert (-6,1%). Insgesamt gab es 3.659 Arbeitsangebote in der Region, von denen sich mehr als 80 Prozent an Fachkräfte, Spezialisten und Experten richteten. 

Unterbeschäftigung 

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.

Die Unterbeschäftigung umfasste nach vorläufigen Angaben im September 18.611 Personen. Damit sank der Wert um 94 bzw. 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen 

Sowohl im Landkreis Northeim als auch im Landkreis Göttingen, beide zum Agenturbezirk Göttingen gehörend, sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat. Während im Landkreis Northeim aber im Vergleich zum Vorjahresmonat die Arbeitslosigkeit ein Plus ausweist, ging sie im Landkreis Göttingen leicht zurück.

Im Landkreis Göttingen waren im September 10.882 Menschen arbeitslos gemeldet, 235 Arbeitslose (-2,1%) weniger als im August. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl um 416 (-3,7%). Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt bei 6,3%, 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Im Landkreis Northeim stieg die Arbeitslosenquote im Vorjahresvergleich um 0,3 Prozentpunkte auf 6,9%. Entsprechend kletterte auch die absolute Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich um 218 (4,7%) auf aktuell 4.868 nach oben. 

Gegenüber August sank die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Northeim insgesamt um 84 Personen (-1,7%).

 

 ArbeitslosenzahlVeränderung gegenüber VormonatVeränderung gegenüber VorjahresmonatArbeitslosenquote (Vorjahreswert)
Agentur  für Arbeit Göttingen15.750-319 / -2,0 %-198 / -1,2 %6,5 % (6,5 %)
Landkreis Göttingen10.882-235 / -2,1 %-416 / -3,7 %6,3 % (6,5 %)
Landkreis Northeim4.868-84 / -1,7 %+218 / + 4,7 %6,9 % (6,6 %)

 

  1. ^

     Dazu gehören Personen, die mit Arbeitsmarktmaßnahmen wie z.B. beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder Gründungszuschuss gefördert werden, oder sich in einem arbeitsmarktpolitischen Sonderstatus befinden. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Förderstatistik können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, da diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können