Der sächsische Arbeitsmarkt im September 2026

Saisonaler Rückgang der Arbeitslosigkeit 

Sachsenweit waren im September rund 153.600 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind rund 3.600 weniger als im August. Die Arbeitslosenquote liegt damit aktuell bei 7,1 Prozent. 
 

 

30.09.2026 | Presseinfo Nr. 22

„Die Arbeitslosigkeit ist im September saisonbedingt zurückgegangen. Rund 10.000 Menschen haben eine neue Beschäftigung aufgenommen – so viele wie in keinem September seit 2017. Gleichzeitig haben rund 2.800 junge Menschen eine Ausbildung begonnen – ebenfalls ein Höchststand seit mehr als zehn Jahren. Hinzu kommt, dass nach der Sommerpause wieder mehr Menschen mit Fördermaßnahmen beginnen konnten. Diese Entwicklungen sind für den September typisch und erklären einen wesentlichen Teil des Rückgangs. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt: Trotz der positiven saisonalen Effekte mussten sich im vergangenen Monat wieder viele Menschen neu arbeitslos melden. Für uns ist deshalb klar: Wir stehen auch in dieser schwierigen Situation an der Seite der Menschen und der Betriebe in Sachsen“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im September 2026: 

153.564

Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (157.127):

-3.563 oder -2,3 Prozent

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (147.936): 

+5.628 oder +3,8 Prozent  

Arbeitslosenquote im September 2026: 

7,1 Prozent

Arbeitslosigkeit: Knapp 153.600 Arbeitslose in Sachsen 
Die dreizehn sächsischen Jobcenter betreuten 94.590 arbeitslose Frauen und Männer (61,6 Prozent) und die elf sächsischen Agenturen für Arbeit unterstützten im September insgesamt 58.974 arbeitslose Menschen (38,4 Prozent).
In den Jobcentern sank die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf um 1.836 (minus 1,9 Prozent) und in den Arbeitsagenturen um 1.727 (minus 2,8 Prozent). Im Vorjahresvergleich waren in beiden Rechtskreisen mehr Arbeitslose gemeldet (Jobcenter: plus 1.561 oder plus 1,7 Prozent; Arbeitsagenturen: plus 4.067 oder plus 7,4 Prozent).
Die Arbeitslosenquote lag im September 2026 bei 7,1 Prozent – 0,2 Prozentpunkte unter dem Vormonat. Im Vorjahresvergleich ist sie um 0,2 Prozentpunkte angestiegen.

Ältere Beschäftigte: Jeder vierte Beschäftigte und jeder vierte Arbeitslose ist 55 Jahre oder älter
Am 1. Oktober ist der Internationale Tag der älteren Menschen. Angesichts des demografischen Wandels werden ältere Beschäftigte zu einem immer wichtigeren Teil des Arbeitsmarktes. In Sachsen arbeiten aktuell (Dezember 2025) über 388.000 Menschen im Alter von 55 Jahre und älter (bis zur Regelaltersgrenze). Ihr Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt bei 24 Prozent. Damit sind ältere Beschäftigte ein wichtiger Bestandteil des sächsischen Arbeitsmarktes.
Gleichzeitig zeigt sich eine andere Seite: Wer im höheren Erwerbsalter arbeitslos wird, hat es häufig schwerer, wieder eine neue Beschäftigung zu finden. Im September 2026 waren in Sachsen 39.976 Menschen im Alter von 55 Jahren und älter arbeitslos gemeldet. Das entspricht 26 Prozent aller Arbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahr waren das über 1.000 Menschen mehr. Damit stehen ältere Menschen am Arbeitsmarkt vor einer besonderen Situation: Einerseits verfügen sie häufig über langjährige Berufserfahrung und Qualifikationen, die für Unternehmen wertvoll sind. Andererseits kann der Wiedereinstieg nach einem Arbeitsplatzverlust schwieriger sein. 
Für sächsische Betriebe kann es sich daher lohnen, bei der Personalsuche stärker auf Qualifikation, Erfahrung und tatsächliche Kompetenzen zu schauen und weniger auf das Lebensalter. Gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wird es zunehmend darauf ankommen, vorhandene Fachkräftepotenziale zu nutzen. Dazu gehört auch, ältere Beschäftigte möglichst lange im Erwerbsleben zu halten, ihre Qualifikationen weiterzuentwickeln und Menschen nach einer Arbeitslosigkeit wieder in Beschäftigung zu bringen.

Entwicklung innerhalb Sachsens: Rückgänge in allen Regionen
In allen dreizehn Landkreisen und kreisfreien Städten ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat gesunken. Den höchsten Rückgang gab es im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (minus 3,9 Prozent, in Landkreis Mittelsachsen (minus 3,8 Prozent) und im Landkreis Zwickau (minus 3,4 Prozent). Am niedrigsten war der Rückgang im Monatsverlauf in den Landkreisen Meißen (minus 1,1 Prozent), Leipzig und im Vogtlandkreis (jeweils minus 1,3 Prozent).

Vergleich innerhalb Sachsens: Spanne der Quoten liegt bei fast fünf Prozent 
Die Spanne der Arbeitslosenquoten im September 2026 reicht von 5,3 Prozent in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bis zu 10,1 Prozent in der Stadt Chemnitz.
 

Ranking der Arbeitslosenquoten im August 2026 (in Prozent):

1.Sächs. Schweiz-Osterzgebirge5,3
2.Erzgebirgskreis5,7
3.Meißen5,8
4.Mittelsachsen6,0
5.Bautzen6,1
6.Vogtlandkreis6,2
7.Leipzig6,4
8.Zwickau6,4
9.Dresden, Stadt7,1
10.Nordsachsen7,2
11.Görlitz8,5
12.Leipzig, Stadt9,2
13.Chemnitz, Stadt10,1

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Weniger Beschäftigte in Sachsen
Die Zahl der Beschäftigten ist von Juni zu Juli gesunken. Insgesamt arbeiten aktuell 1,60 Mio. Menschen in Sachsen sozialversicherungspflichtig. Laut aktuellen Hochrechnungen waren im Juli 2026 insgesamt 7.700 Menschen weniger sozialversicherungspflichtig beschäftigt als noch im Juni. Auch im Vorjahresvergleich sind aktuell rund 19.200 weniger Menschen in Sachsen beschäftigt.

Innerhalb der einzelnen Branchen entwickelt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung jedoch verschieden. So gibt es im Jahresvergleich den kräftigsten Beschäftigungsaufbau in den beiden Bereichen: 

1.Gesundheitswesenplus 2.900
2.Heime und Sozialwesenplus 1.700

Die kräftigsten Beschäftigungsrückgänge sind von Juli 2025 bis Juli 2026 in folgenden Bereichen zu verzeichnen:

1.Verarbeitendes Gewerbeminus 10.000
2.Handelminus 4.600
3. Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit)minus 2.500

Im langjährigen Vergleich waren in einem Juli seit 2018 jeweils mehr Menschen beschäftigt als am aktuellen Rand. Verglichen mit dem Juli 2005 (Tiefstand) sind aktuell rund 270.000 mehr Menschen in Arbeit. Den Höchststand in einem Juli erreichte die Beschäftigung im Jahr 2023. Damals waren fast 37.000 mehr Menschen in Sachsen beschäftigt.

Arbeitskräftenachfrage: 32.000 freie Arbeitsstellen
Im September 2026 haben sächsische Betriebe insgesamt 6.969 freie Stellen neu gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen um 840 (plus 13,7  Prozent) und im Vorjahresvergleich um rund 587 (plus 9,2 Prozent) gestiegen.

Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 31.917 freie Stellen gemeldet, 331 weniger als im August (minus ein Prozent) und 862 mehr als im September 2025 (plus 2,8 Prozent). Auffällig ist, dass die meisten aller freien Stellen unbefristet (93 Prozent) und in Vollzeit (87 Prozent) zu besetzen sind.
Diese gemeldeten freien Stellen und viele weitere – insgesamt über 41.000 freie Stellen in Sachsen – sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden.

Dynamik: Über 64.000 An- und Abmeldungen in wenigen Wochen 
Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es unabhängig von der wirtschaftlichen Lage und jahreszeitlichen Entwicklung viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden Zu- und Abgänge von Arbeitslosen erfasst. So meldeten sich im Berichtsmonat September 2026 insgesamt 30.435 Menschen in einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos und gleichzeitig beendeten 34.022 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.

Diese Zugänge in und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit werden auch nach Gründen unterschieden. So meldeten sich im September beispielsweise 9.554 Frauen und Männer aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt arbeitslos und gleichzeitig haben 9.982 eine neue Arbeit gefunden und konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Gleichzeitig gab es im Bereich der geförderten Maßnahmen deutlich mehr Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit (7.433) – weil wieder viele Menschen mit geeigneten Lehrgängen geholfen werden konnte, als Zugänge in Arbeitslosigkeit (6.041).

Unterbeschäftigung: Rund 30.000 Menschen zählen nicht als arbeitslos 
In der Unterbeschäftigungsrechnung sind neben den Arbeitslosen diejenigen Personen enthalten, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit wird ein umfassenderes Bild über die Zahl derjenigen Menschen gezeichnet, die ihren Wunsch nach einer Beschäftigung nicht realisieren können.

Im September 2026 haben sachsenweit rund 30.027 Frauen und Männer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen der Arbeitsvermittlung vorübergehend nicht zur Verfügung: 5.488 von ihnen befanden sich in Aktivierungsmaßnahmen, 5.635 besuchten eine berufliche Weiterbildung und 3.236 waren vorrübergehend arbeitsunfähig. Weitere 9.930 wurden durch andere Leistungsträger unterstützt (z.B. durch den Besuch eines Integrationskurses des BAMF) und 3.542 gingen Arbeitsgelegenheiten nach.

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Arbeitslosen – umfasste im September 183.591 Personen. Das sind 3.057 weniger als im August und 5.449 mehr als im September 2025.

Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen und beträgt 83,6 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote damit bei 8,4 Prozent.