Auf dem Schulhof des Arnold-Janssen-Gymnasiums in Neuenkirchen hat der TouchTomorrow-Truck der Dr. Hans Riegel-Stiftung Station gemacht. Hier haben rund 360 Schülerinnen und Schüler moderne Technologien ausprobiert und sich somit einen praktischen Einblick in Berufe aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) verschafft.
Eine gesamte Woche waren im September die Türen des TouchTomorrow-Trucks während der Schulzeit geöffnet und luden Klassen und Kurse verschiedener Altersstufen (Schwerpunkt 8. und 11. Klasse) zum Experimentieren in sein Inneres ein. Im Laderaum des Fahrzeugs sah es futuristisch aus: Monitore, VR-Brillen und sogar ein kleiner Roboter waren zu sehen. Und nicht nur das: Die verschiedenen Angebote durften genutzt werden, um naturwissenschaftliche Themen, begleitet von MINT-Coaches, ganz praxisnah zu erkunden – von nachhaltigen Kunststoffen bis zur drohnenunterstützten Landwirtschaft.
„Auf diese Weise können die Schülerinnen und Schüler an interaktiven Stationen MINT nicht nur kennenlernen, sondern selbst ausprobieren“, erklärte Diana Krotzek, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Rheine.
Berufsberatung mal anders
Sie war vor Ort, um den Jugendlichen zu zeigen, welche Berufe hinter welchem Experiment stecken. Das Motto: Berufsberatung mal anders. „Nach dem Ausprobieren kommt die Zukunftsplanung“, brachte es Krotzek auf den Punkt. Anhand konkreter Beispiele griff sie die Interessen der Schülerinnen und Schüler auf: „Im TouchTomorrow-Truck lässt sich zeigen, welche Ausbildungen und Studiengänge zu den gerade erlebten MINT-Themen passen“, sagte sie.
Insgesamt 14 Klassen und Kurse nahmen das Angebot während der Aktionswoche wahr. Über das große Interesse und die Unterstützung der Agentur für Arbeit freuten sich auch die projektverantwortlichen Lehrer Patrick Breloh (Chemie, Physik) und Leonard Bienbeck (Chemie, Informatik). Gemeinsam hatten sie den Besuch des TouchTomorrow-Trucks – eine Kooperation der Dr. Hans Riegel-Stiftung und der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit NRW – koordiniert und begleitet.
„Richtig erfahrbar werden Naturwissenschaften erst an außerschulischen Lernorten, vor allem dann, wenn die Lernenden selbst aktiv werden können“, erklärte Bienbeck. „In dem zweistöckigen Lastwagen können die Lernenden an neun verschiedenen Stationen alltagsnahe Themen mit naturwissenschaftlichem Bezug entdecken.“
Wichtiges Instrument
Diana Krotzek sah in dem Projekt ein wichtiges Instrument zur Berufsorientierung: „Der Truck gibt Einblicke in die vielen Berufe und Branchen, in denen die MINT-Fächer eine Rolle spielen“, sagte sie. Auch Mädchen bringe er diese Berufsfelder näher. Und noch eine weitere wichtige Erkenntnis brachte die Beraterin aus der Projektwoche mit: „Berufsorientierung darf Spaß machen! Sie ist integraler Bestandteil des Trucks. Die Erlebnisse können anschließend bei einem individuellen Termin in einem Beratungsgespräch mit den Jugendlichen weiterentwickelt und konkretisiert werden.“
So zogen die Beteiligten der Arbeitsagentur und der Schule eine positive Bilanz: „Als die MINT-Coaches des TouchTomorrow-Trucks die Schülerinnen und Schüler am Ende des rund 90-minütigen Besuchs um eine schnelle Rückmeldung baten, zeigten nahezu alle Daumen nach oben“, freute sich Leonard Bienbeck. „Von manchen Berufen haben die Jugendlichen im TouchTomorrow-Truck tatsächlich zum ersten Mal gehört. Das Interesse ist geweckt und einige, die vorher skeptisch waren, ziehen nun auch eine Ausbildung in einem MINT-Bereich in Betracht“, war sich Krotzek sicher.